Auf der Suche nach Außerirdischen mit BOINC

Häufig hat mein Computer einige Kapazitäten frei, so dass weitgehend nur das Internetradio mit Slayradio im Hintergrund läuft und ich dachte mir, warum diese freien Kapazitäten nicht auch noch nutzen?

Was sind BOINC bzw. SETI@home?

BOINC bzw. SETI@home basierend auf dem Prinzip des distributed computing, also der verteilten Nutzung von Rechnern. Man benötigt den BOINC-Client, der auf dem Rechner installiert wird und regelmäßig work units anfordert, die der Computer dann auswertet. Das Ergebnis wird dann zurück geschickt.

Ich habe mich dazu entschlossen, meinen Rechner und desses überschüssige Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Es ist ein etwas älterer Rechner mit Atom 230-Prozessor und 2 GB RAM aber jeder Rechenschritt zählt.

Wie bekommt man BOINC also auf OpenMandriva Alpha zum Laufen? Ganz einfach.

1. Über urpmi oder über das Mandrivakontrollzentrum den BOINC-Client und BOINC-Manager installieren:

# urpmi boinc-client boinc-manager

2. Sobald der Installationsvorgang abgeschlossen ist, öffnen wir ein Terminal und starten den Client:

$ boinc_client &

Der Client läuft nun im Hintergrund und wartet nun darauf, an das SETI@home-Projekt angekoppelt zu werden.

3. In einem anderen Terminal starten wir den BOINC-Manager und suchen uns nach erfolgreichem Start SETI@home aus. Eventuell ist eine Anmeldung erforderlich. Folgt einfach den Bildschirmanweisungen.

$ boincmgr

4. Neben SETI@home gibt es auch noch andere Projekte an die man sich entsprechend “ankoppeln” (attach) kann. Bei Nutzung der Kommandozeile kann man folgenden Befehl verwenden:

boinc –attach_project http://boinc.bakerlab.org/rosetta (account_key)

Den Accountkey erfährt man wie folgt:

  • In die entsprechende Projektseite einloggen. (Link zur Loginseite von Rosetta@home)
  • Unter Kontoinformationen findet man einen Link zum Kontoschlüssel (Account Key). Dieser Schlüssel ist hexadezimal dargestellt und kann per Copy&Paste in den oben genannten Befehl hineinkopiert werden.

Viel Spaß beim Forschen!

Nachtrag: Mein Rechner ist nicht wirklich der Rechenkünstler und benötigt etwa 26 Stunden für eine work unit.

Leben im Schnellkochtopf – Die Cooker-Community

Cooker ist der Entwicklungszweig der OpenMandriva-Distribution, eine Distribution, die niemals endet und die Basis für die kommenden OpenMandriva-Produkte bietet. Es ist eine Community, die schon seit mehreren Jahren existiert und deren Geschichte bis auf die Mandrake Distribution zurück reicht. 

Cooker war und ist eine Gemeinschaft, die ihre eigenen Vorstellungen hat, über eine Mailingliste kommuniziert und stetig an der Distribution arbeitet. 
Ich habe in der letzten Zeit einige andere Distributionen (Ubuntu, Slackware etc.) ausprobiert aber irgendwie ist die Mandrivadistribution doch mein Favorit und es fühlt sich jedes Mal so an, als würde ich nach einer langen Reise wieder nach Hause kommen: Die Draktools sind da, klassische Trennung zwischen root und normalem Nutzer und ein wirklich schönes Artwork. Nun bin ich mit der Alpha wieder dabei.
Sind Alphaversionen nicht gefährlich?
  • Hier gilt: Backup early, backup often. Sprich, man sollte regelmäßig Datensicherungen machen. Ich verwende eine iomega NAS, auf die ich regelmäßig Sicherungen meines /home-Verzeichnisses mache.
  • Für meine Emailkonten verwende ich größtenteils IMAP oder einen Browserclient, d.h. die Mails sind ohnehin auf dem Server des Anbieters gespeichert.
  • Wichtig auch: Vertraue deiner Crew. Cooker gibt es schon seit über 10 Jahren und ist mit einem Schiff auf hoher See vergleichbar und es wurden schon einige heftige Stürme überlebt. 
Wie ist Cooker organisiert?
  • Jeden Mittwoch findet um 19 Uhr deutscher Zeit ein Meeting im IRC-Kanal #openmandriva-cooker statt, wo die nächsten Schritte diskutiert werden. Eine Tagesordnung wird meist einen Tag vorher über die Mailingliste verteilt.
  • Obwohl Cooker sehr techniklastig ist, ist es nicht die richtige Anlaufstelle für Supportfragen. Für Support sollte man die jeweiligen Foren nutzen, bzw. gleich einen Bugreport erstellen.

Bezüglich der Liquidation der Firma Mandriva SA

Ich hörte über die Cooker-Mailingliste, dass die Firma Mandriva SA zum 2. Juni 2015 liquidiert wird. Heise und Pro-Linux hatten ebenfalls darüber berichtet und ich möchte auf diesem Wege, den Angestellten von Mandriva SA sowie dem Management der Firma alles Gute für die Zukunft wünschen.

Mit vielen der Angestellten bleibe ich über LinkedIn in Kontakt und finde es sehr schade, dass die Produkte eingestellt wurden. Mandriva Business Server war mein Lieblingsprodukt und ich habe selbst einige Zeit lang für Mandriva SA bei der Übersetzung und Softwarelokalisierung mitgearbeitet.

Probleme, dass meine Rechnungen nicht bezahlt wurden, hatte ich mit dem Unternehmen nicht. Es gab in den letzten Jahren viele Meldungen, dass Mandriva SA vor dem Konkurs stand aber ich habe mein Geld immer bekommen. Insofern kann ich nichts schlechtes über die Firma berichten.

Mir ist in den Kommentaren in den heise- und pro-Linux-Foren aufgefallen, dass vielen die neue Geschäftsstrategie der Mandriva SA nicht klar geworden ist. Mandriva SA hatte nachdem man EdgeIT liquidierte noch zusammen mit dem russischen Partner ROSAlab eine 2011-Version von Mandriva Linux bzw. Mandriva Linux Powerpack heraus gebracht. Man konzentrierte sich dann auf das Großkundengeschäft. Produkte wie Pulse2, Mandriva Business Server, Mandriva Class kamen immer mehr in den Vordergrund und der Desktop wurde aufgegeben bzw. kümmert sich die Association nun darum.

Ich war selbst mit Mandriva SA auf der Solution Linux in Paris vor ein paar Jahren und viele Franzosen haben die Distribution immer noch in guter Erinnerung. Vielleicht braucht man einen kostenlosen Desktop, der die Leute anspricht…

Enfin pour tous les ex-emploiés de Mandriva SA, je vous souhaite que vous trouverez un nouveau travail et que vous serez contents dans celui-ci.

Blogstart

Hallo zusammen,

ich werde hier in Zukunft über meine Aktivitäten mit und unter OpenMandriva bloggen.

Ich bin als Übersetzungskoordinator bei der OpenMandriva Association ehrenamtlich tätig und begann meine Mandriva-Karriere mit Mandrake Linux 9.2. Zuvor hatte ich einige Zeit S.u.S.E.-Linux 6.2 im Einsatz aber Mandrake Linux war die Distribution, wo es dann sofort “Klick” gemacht hat und Linux mich seitdem nicht wieder los lässt.

Mandrake Linux war eine sehr beachtenswerte Distribution, die sehr eng mit der Entwicklergemeinschaft gearbeitet hat und zahlreiche Entwickler unter ihrem Banner vereinigte. Dieser Blog soll etwas Inspiration geben, sich selbst in der Community zu engagieren und den Drake Spirit aufrecht zu erhalten.

Für Diskussionen, Anregungen und Fragen könnt ihr die Kommentarfunktion des Blogs verwenden, bzw. im deutschen OpenMandriva-Forum posten. Dort bin ich als Administrator tätig.