Chemnitzer Linux Tage: Ein Rückblick und erster Kontakt mit NetBSD

Chemnitzer Linux-Tage 2026

Letzte Woche fanden wieder die Chemnitzer Linux Tage statt und ich hatte mal wieder die Ehre mit „holarse – Spielen unter Linux“ vor Ort zu sein. Für dieses Vertrauen bedanke ich mich herzlich.

Ich verbrachte einige Zeit u.a. mit den Leuten von NetBSD und Martin N. von gaertner-datensysteme aus Braunschweig.

Wir führten auf einer virtuellen Maschine eine Installation von NetBSD durch und mir wurden einige Themen wie u.a. die Installation von Paketen sowie die Aktivierung von Diensten (Services) in der /etc/rc.conf näher gebracht.

Zu Hause versuchte ich mich dann selbst an einer Installation und holte dafür einen Mac Mini G4 mit PowerPC-Prozessor hervor.

Dies erwies sich aber als schwieriger als erdacht: Die Dokumentation von NetBSD für diese Tier 2 Architektur (Organically evolving architecture) war zwar sehr umfangreich jedoch wirkte sie an manchen Stellen etwas unstrukturiert.

Ebenso hatte ich Schwierigkeiten, mich in der von Apple damals verbauten Apple Firmware namens „Open Firmware“ zurecht zu finden bzw. sie zeitnah zu aktivieren – man muss entweder eine bestimmte Tastenkombination während des Begrüßungsgongs drücken oder über Mac OS X über die Konsole mitteilen, dass man standardmäßig beim Einschalten in der OpenFirmware landen möchte.

Ich möchte aber nicht zu sehr meckern: Ich habe NetBSD auf jeden Fall schätzen gelernt, da es ein sehr schlankes Betriebssystem ist und es ist toll, dass Rechner mit einem Alter von über 20 Jahren noch mit aktueller Software gepflegt werden. Letzteres reicht von 32-Bitsystemen über PowerPC bis hin zu manchen Commodore Amiga-Rechnern.

Ich meine nun auch verstanden zu haben, dass es durchaus interessant ist, wenn Kernel und Basissystem „aus einem Guss“ sind. Auch gefiel mir NetBSDs Ansatz von „Portablen Code“ für die einzelnen Prozessorarchitekturen.

Die Dokumentation empfinde ich als sehr umfangreich: Neben dem Hauptartikel für NetBSD auf PowerPC. gibt es auch eine spezielle PowerPC FAQ

Allerdings wurden beispielsweise bei den Bootparametern in OpenFirmware einige Vorschläge gemacht aber bei mir funktionierte keiner von der Liste, so dass ich dann in Verzweifelung doch wieder eine Suchmaschine bemüht habe.

Lange Rede – kurzer Sinn: NetBSD ist ein tolles Projekt und ich bin von der Unterstützung von älterer Hardware begeistert. Allerdings empfinde ich es, trotz über 20 Jahren Kontakt und Erfahrung mit Linux aber auch als schwierig wenn sich eine Community auf „RTFM“ bezieht und alleine auf so etwas verweist.

Letztendlich hatte ich einen anderen Mac Mini mit Intelprozessor hervor geholt und festgestellt, dass eine SSD mit Debian „Bullseye“ verbaut war. Diese Installation habe ich dann auch auf Debian 13 „Trixie“ aktualisert, was momentan in meiner Linuxecke neben meinem Slackware PC läuft.

Nicht zu letzt wegen der geplanten Debian-Sommerparty und der Tatsache, dass Debian auch in Wernigerode sehr beliebt ist, werde ich wohl „Trixie“ den Vorzug erstmal geben.

Dem NetBSD Projekt wünsche ich aber viel Erfolg und danke auch nochmal Martin, der sich so viel Zeit für die Einführung genommen hat.

Happy Hacking, Maik

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